Angedacht

Auch Martin Luther ließ sich das Wort nicht verbieten
Auch Martin Luther ließ sich das Wort nicht verbieten

Habe Mut, zu sprechen

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen (Apg 5, 29)

Ein einprägsamer Satz. Ein Satz mit Sprengkraft.

Ein Satz, der, so für sich genommen, alle menschlichen Gebote, Regeln und Anordnungen erst einmal und grundsätzlich in Frage stellt. 

Würde er doch heißen: Ich messe alles das, was ich tue, allein an den Geboten Gottes, denn diese sind mehr als alles andere. Revolte der Christen?

Nein, ganz und gar nicht. So kurz, prägnant und einprägsam dieser Satz auch ist, er muss im Kontext gelesen werden.

Und hier erfahren wir, auf was sich dieser Satz bezieht. Er stammt vom Apostel Petrus und ist im Rahmen der Vernehmung vor dem Hohen Rat gesprochen. Was war passiert?

Nach dem Pfingstereignis waren die Jünger Jesu erfüllt vom Heiligen Geist rausgegangen, um zu predigen, um Gottes Wort in die Welt hinauszutragen. Dies missfiel so manchem Hohepriester, speziell der Gruppe der Sadduzäer. Sie ließen die Apostel gefangen setzen und erteilten ihnen Predigtverbot.

In der Nacht passierte dann etwas völlig unerwartetes. Ein Engel, so wird berichtet, öffnete die Gefängnistüren und erteilte den Jüngern erneut den Auftrag zum Predigen.

Als die Wächter dann zum Gefängnis kamen, fanden sie die Türen verschlossen, aber die Häftlinge waren fort. Die Aufregung und Verwunderung kann man sich vorstellen. Über dritte er fuhren sie, die Jünger predigten vor dem Tempel.

Man ließ sie erneut holen, aber schon mit mehr Respekt ob der unerklärlichen Dinge, die über Nacht passiert waren. Und jetzt, sozusagen in der Verteidigungsrede des Petrus, fällt nun dieser Satz "man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen".

Sprich: Wir lassen uns nicht verbieten, von Gottes Wort zu reden. Seine Botschaft ist für alle Menschen wichtig. Es ist eine Botschaft zum Wohle aller, ohne Ausgrenzung und Abkehr. Gottes Wort gilt allen und muss daher auch an alle weitergegeben und gesprochen werden.

Eine Erkenntnis oder auch eine Forderung, der wir Christen bis heute in der Verkündung und in Gottesdiensten nachkommen.

Nachkommen wollen, weil wir wissen, wie wichtig es ist, immer und immer wieder Gottes befreiende Botschaft den Menschen zu sagen. Damit hören Probleme und Sorgen unserer Tage nicht auf, aber wir glauben und halten daran fest: Gott ist mit uns, er hört uns und trägt uns auch heute und wird das seinige tun.

Ihre Pfarrerin Heineken


Jesus Christus spricht:

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!

Lukas 6,36

Songs zu den Jahreslosungen: http://www.ways-music.de/home/