Angedacht

 

„Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt“, Hiob 19,25

Es ist Hiob, von dem wir diese Worte in der Bibel lesen. Und wir wissen, wie schlimm und katastrophal seine Situation war. Allen Grund hätte er gehabt, aufzugeben, alles hinzuschmeißen. Denn alles ward ihm genommen: der Ertrag der Arbeit, die Familie, die Gesundheit.

Doch Hiob - er hält an Gott fest. Er klagt, er weint und hadert auch mit Gott, aber er gibt nicht auf. Denn egal, was ihm selbst, egal, was um ihn herum geschieht, wie schlimm, schrecklich und sinnlos es auch ist - er setzt all dem sein „aber“ entgegen. Es geht mir schlecht, ja, aber...

Ich fühle mich müde und traurig, aber... Manchmal da wird mir alles zu viel, aber... Es gibt Tage, da versteh ich die Welt nicht mehr, aber...

Aber ich weiß, so geht sein Satz weiter. Ich weiß, das heißt: ich habe nicht nur einen wagen Verdacht, eine Vision, eine Hoffnung, es könnte sein – vielleicht, möglicherweise – nein: Ich weiß. Ich weiß es, ich kann es vielleicht nicht begründen oder mit Fakten belegen, aber dennoch: ich weiß es einfach. Und dieses Wissen gibt mir Halt und Kraft. Denn ich weiß etwas ganz besonderes: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt. Gott, der Allmächtige, dem wir alles zu verdanken haben: Die Schöpfung, die Welt, meine Mitmenschen, mich selbst – dieser Gott, er lebt. Er ist nicht fern, verborgen hinter dicken Wolken, weit weg, unerreichbar, nein: Dieser Gott lebt und ist mein Erlöser. Zu ihm darf ich mich wenden, egal, wie es mir geht, ob froh und gut gelaunt oder müde, traurig und der Verzweiflung nahe.

Ich wünsche uns ein Stück dieses Mutes, dieser Hoffnung des Hiob, die glaubende Gewissheit: Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.

Ihre Pfarrerin Almut Heineken


Suche Frieden und jage ihm nach! Psalm 34,15

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