Angedacht

 

Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt. Hebr 13,2

Gastfreundschaft ist unter Nachbarn kein Problem, oder?

Nachbar: „Bar“ oder „Bur“ ist der Bauer. Und der „Nachbar“ ist der Bauer, der dir am nächsten wohnt. Ist dein „Nächster“. Es gibt keinen Menschen, der nicht Nachbar wäre. Du wirst geboren - und du bist Nachbar, Nachbarin. Bevor du einen Namen hast, bevor du getauft und hochgepäppelt bist, bist du schon Nachbar. Gibt es schon Nachbarskinder. So geht das weiter. Deine Wohnung oder dein Haus - wie weit entfernt es vom nächsten liegen mag - ist das Nachbarhaus eines andern. Du spielst - vom anderen aus gesehen - in einem Nachbargarten. Du lebst - vom anderen aus gesehen - in einer Nachbarstadt, in einem Nachbarland. Wenn ich mich Nachbar nenne, dann bestimme ich mich vom Nächsten her, vom anderen, von dem neben mir. Ich bin nicht allein Nachbar. Das ist einfach nicht möglich. Ich bin Nachbar, weil es da einen anderen oder viele andere neben mir gibt, denen ich ein Nachbar bin.

Und Nachbarschaft verpflichtet. Immerhin sagt der Volksmund auch: „Wer gute Nachbarn hat, kann ruhig schlafen.“ Na ja. Wohl dem, der solche hat... Und wohl dem, dem ich ein guter Nachbar bin und für den ich mich an folgendes Wort halte: „Wer Fett übrig hat, schmiere des Nachbarn Wagen.“ Jeder von uns hat Nachbarn. Sie unterscheiden sich im Aussehen, in der Lebensweise und Religion, in der Gestik, in der Lautstärke ihrer Feste, aber sie sind Nachbarn.

Und Nachbarn brauchen Gastfreundschaft - durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.

Pfarrerin Britta Müller 


Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Offenbarung 21,6 (L)

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