Angedacht

Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind. Lk 10,20

„Weißt Du wieviel Sternlein stehen,“ ist eines der Lieder, das ich schon sehr oft gesungen habe. Wenn ich dieses Lied Eltern für den Taufgottesdienst vorschlage, sind sie zunächst erstaunt: „Das ist doch ein Abendlied“, wenden sie ein.

„Ja“, stimme ich zu, „es ist als Abendlied bekannt geworden, aber eigentlich ist es ein Lied über die

Liebe Gottes zu jedem einzelnen von uns. Lesen Sie mal nach!“

Die Sterne, die Wolken, hat Gott gezählet, dass ihm nicht eines fehlet, die Mücklein und Fischlein rief Gott mit Namen und jedes Kind hat Gott im Blick: „Gott im Himmel hat an allen seine Lust sein Wohlgefallen, kennt auch dich und hat dich lieb, kennt auch dich und hat dich lieb.“

Was dieses Lied für die Kinder zum Ausdruck bringt, fasst der Monatsspruch für Februar in folgende Worte: Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.

Mein Name zeichnet mich aus als der, der ich bin. Er macht mich unverwechselbar. Selbst, wenn es ihn noch einmal gibt, ist dieser Name für mich ausgesucht worden, wurde in Kindertagen noch mit einem Spitznamen versehen – mein Name, das bin ich.

Mein Name ist im Himmel verzeichnet, das bedeutet schon jetzt: Auch in der Welt, in der Menschen so viele verschiedene Namen tragen, bin ich nicht nur einer unter vielen, eine unbedeutende Zahl in einer Menge. Ich bin gesehen, gewollt, geliebt von Gott. Ich kann nicht verloren gehen, auch wenn ich manchmal selber nicht weiß, welche Bedeutung ich habe im Fluss der Zeit.

In manchen Diktaturen legen es Machthaber darauf an, Menschen verschwinden zu lassen, sie bemühen sich Spuren auszulöschen, Namen zu tilgen.

Sich erinnern, Namen festzuhalten, die Geschichte dieser Menschen weiterzuerzählen ist eine Form des Widerstands dagegen. So kann keiner verloren gehen. Für Gott ist jeder von uns einzigartig und wertvoll – das bringe ich nicht nur am Anfang des Lebens im Rahmen der Taufe zum Ausdruck.

Gott gibt keinen Menschen verloren – dafür finde ich auch Worte am Ende des Lebens. So steht am Anfang vieler Beerdigungen ein ähnlicher Bibelvers aus dem Jesajabuch: „Fürchte Dich nicht, denn ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen, Du bist mein.“

Ihr Pfarrer Popp


Ich glaube; hilf meinem Unglauben! Markus 9,24

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