Angedacht

 

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Hebr 11,1

Die bundesweite Studie zur KonfirmandInnenarbeit zeigt auf, dass es für die Konfis wichtig ist, eine schlüssige Erklärung über das Verhältnis von biblischer Vorstellung und wissenschaftlicher Erkenntnis zur Entstehung der Welt zu bekommen. Dies trage dazu bei, den Glauben an Gott ernster zu nehmen. Der kürzlich verstorbene Stephen Hawking war in Sachen Weltentstehung sehr klar: “..., dass die Entstehung der Welt ein wissenschaftlich erklärbares Phänomen ist und nichts mit „Gott“ zu tun hat.“ Seit den Anfängen der modernen Naturwissenschaft stellt sich die Frage, welche Rolle Gott spielt. Inwieweit können wir ihn noch als Schöpfergott ansprechen, wenn die Wissenschaft die Entstehung des Universums schon sehr genau aus den Gesetzen der Natur beschreiben kann, ohne dabei eine Schöpfermacht zu berücksichtigen?

Der Monatsspruch lässt sich mit dieser Frage verbinden. Er macht erst einmal deutlich, um was es dem Glauben geht. Er ist eine Zuversicht und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Es geht um Hoffnung und um die Dinge, die man nicht sehen kann. Es geht also nicht um Konkurrenz, sondern um zwei unterschiedliche Blickwinkel. Die Naturwissenschaften machen keine Aussagen über Gott. Und die Theologie formuliert keine Naturgesetze. Doch dies bedeutet auch, dass wir die Aussagen in der Bibel nicht naturwissenschaftlich lesen dürfen. Die Schöpfungsgeschichte will uns nicht erklären, wie die Welt nun genau entstanden ist, sondern in welcher Beziehung Gott zu dieser Welt steht. Es ist eine Glaubensaussage, dass Gott diese Welt schaffen wollte. Das Wie ist nicht entscheidend. So kann es möglich sein, dass Naturwissenschaft und Glaube Aussagen zur Entstehung der Welt machen, ohne sich zu widersprechen. Denn der Blick kommt  jeweils aus einer anderen Perspektive. Unzweifelhaft üben die heutigen Naturwissenschaften einen dominierenden Einfluss auf unser Leben aus. Doch das darf nicht zu dem Trugschluss führen, dass wir mit dem naturwissenschaftlichen Weltbild die ganze Wirklichkeit erfassen können. Wir leben nicht nur in einer Welt, die durch naturwissenschaftliche Phänomene beschreibbar ist. Es gibt auch die erfahrbare Welt der Musik, der Schönheit, der Grausamkeit, der Hilfsbereitschaft, die nicht naturwissenschaftlich messbar ist. Und letztendlich gibt es die Frage nach dem Sinn des Lebens. Diese Frage stellt die Naturwissenschaft nicht, doch religiöse Menschen stellen sie.

Ob unsere Konfis nach der Einheit zufrieden nach Hause gegangen sind, weiß ich nicht genau, doch für mich merke ich eine große Entlastung. Ich muss nicht, wie es Vertreter des Intelligent Designs versuchen, mit Hilfe wissenschaftlicher Forschung Anhaltspunkte für die Schöpfung in sieben Tagen finden und mit Hilfe von solchen Indizien der Naturwissenschaft Paroli bieten. Ich empfinde die Theorien zur Weltentstehung, wie sie Stephen Hawking formuliert, nachvollziehbar. Ich zweifle aber nicht daran, dass Gott als Schöpfer zu dieser Welt von Anfang an in Beziehung steht und alles durch ihn seinen Anfang genommen hat. Oder um es als Glaubender auszudrücken: ich bin überzeugt, dass Gott der Urgrund allen Seins ist.

Pfarrer Pop 

 


Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Offenbarung 21,6 (L)

Songs zu den Jahreslosungen: http://www.ways-music.de/home/