Angedacht

Wem noch trauen

Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen! Jesaja 5,20

Das, was uns da der Prophet Jesaja für den Monat November mit auf den Weg gibt, kennen wir bis heute und wir leiden darunter. Wir leiden darunter, dass wir oft nicht mehr wissen, wem können wir noch trauen, welchen Worten vertrauen. Wer meint es gut mit uns und wer will uns durch schöne Worte nur ködern.

Ja heute sind es nicht nur Worte die uns an ihrer Echtheit zweifeln lassen, auch Bilder können gefälscht und manipuliert sein. Viele Menschen wenden sich daher ab. Von der Politik, von der Gesellschaft und auch von der Kirche, zu oft sind sie von schwarzen Schafen getäuscht, belogen und auch hintergangen worden. Was tun? Resignieren: es ist halt so, der Mensch ist schlecht und so bleibt er auch.

Keine gute Wahl. Viel eher sollte uns der Vers aus dem Jesajabuch auf- und wachrütteln.

Unser eigenes Handeln, unser eigenes Reden immer und immer wieder mit Blick auf Gottes Willen zu hinterfragen. Ich kann das, was andere tun, nicht verhindern, kann mitunter meine Stimme dagegen erheben. Aber für das, was ich tue und sage, bin ich allein verantwortlich. Und so sollten wir anfangen, unser eigenes Reden und Tun unter die Lupe zu nehmen und Gott bitten: hilf uns, Dich im Dschungel von Informationen, Fake News, Desinformation und Propaganda nicht zu verlieren, und hilf uns, uns mit unserem Leben nicht daran zu beteiligen, sondern nach Deinem Willen zu fragen und diesen versuchen zu leben, damit vielleicht auch wieder Vertrauen wachsen kann und Gottes Licht durch die Finsternis dringt.

Ihre Pfarrerin Almut Heineken